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 Gentechnik - Was ist das eigentlich?

Mit „Grüner Gentechnik“ werden Verfahren bezeichnet, bei denen Veränderungen am Erbgut oder den biochemischen Steuerungsvorgängen von Pflanzen und Tieren vorgenommen werden. Meist geschieht dies lediglich zu Forschungszwecken, in den letzten Jahren werden diese Veränderungen aber geziehlt an Pflanzen und Tieren, die der Ernährung und medikamentöser Versorgung des Menschen dienen vorgenommen.

 

 

Entwicklung und Lage zur Zeit

Als es den WissenschaftlerInnen noch nicht möglich war, direkt auf die DNS von Zellen zuzugreifen, wurden künstliche Mutationen nach dem Zufallsprinzip erzeugt, indem Pflanzen mit genverändernden Stoffen und Strahlen, vor allem wurde die Behandlung von Keimen mit radioaktiver Strahlung genutzt. Anschließend wurden die Samen ausgesät und beobachtet ob und wenn wie sich die Pflanzen verändert hatten. Entstanden hierbei Pflanzen mit besonders guten Eigenschaften, wurden diese konventionell weiter gezüchtet. Eine Überprüfung auf negative Eigenschaften fand nicht statt, unbrauchbare Pflanzen wurden einfach entsorgt ohne auch diese Forschungsergebnisse weiter zu nutzen. Diese Technik wurde bei fast allen Nutzpflanzen und sogar bei einigen Tierarten angewendet.

 

Heute werden in der praktischen Genforschung zwei Techniken angewandt: Beim „Agrobakterium vermittelnden Transfer“ werden bestimmte Erbinformationen eines Organismus in die DNS eines anderen „eingepflanzt“. Bei der Zellfusion werden die gewünschten Gene verschiedener Elternpflanzen kombiniert.

 

In der EU gibt es eine Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Lebensmittel, die allerdings nicht Fleisch, Milchprodukte, Eier (gentechnisch veränderte Futtermittel!), mithilfe gentechnisch veränderter Bakterien hergestellter Produktzusätze, Enzyme und Aromen gilt. Ebensowenig für Produkte, die unter 0,9% gentechnisch veränderter Pflanzen enthalten.

 

In Deutschland dürfen zur Zeit gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden, schau Dir dazu die Genmaiskarte von Greenpeace an! In unseren Nachbarländern, der Schweiz und Österreich wurde dies durch Volksinitiative/Volksbegehren verboten.

 

 

Die Versprechungen der Gentechniklobby

 

Ertragssteigerungen helfen den Hunger zu bekämpfen

Die Vertreter der „Grünen Gentechnik“ versprechen, dass durch den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen Ertragsrückgänge durch klimatische Veränderungen und Schädlinge verhindert werden kann. In Kenia beispielsweise verkaufte der Genteckonzern Monsanto an die verarmten Bauern eine Süßkartoffelsorte, die gegen die amerikanische Art eines schädlichen Virus' resistent sein sollte. Nicht beachtet wurde hierbei jedoch, dass in Kenia eine andere Art dieses Virus, ebenso wie ein Rüsselkäfer die Ertragsrückgänge zu verantworten hatten.

Die versprochenen Ertragssteigerungen von 25% blieben ein Wunschtraum, denn neue Freilandversuche belegen, dass der Ertrag pro Hektar 10 Tonnen beträgt – bei konventionellen Sorten liegt dieser Wert laut Angaben der FAO (Food and Agriculture Organization) zwischen 9,4 und 10,4 Tonnen. Im Übrigen stellte das KARI (Kenianisches Agrarforschungsinstitut) fest, dass die gentechnisch veränderte Süßkartoffel, wie die konventionellen Sorten, noch nicht einmal gegen den Virus (feathery mottle virus) resistent ist. Auf konventionellem Weg allerdings gelang es Bäuerinnen und Bauern in Uganda eine virusresistente Süßkartoffel zu züchten, deren Ertragssteigerungen bei 100% liegen!

 

Umweltfreundlichere Anbaumethoden

In Indonesien wollte der Großkonzern Monsanto eine gentechnisch veränderte Baumwollart auf den Markt bringen, die eine größere Schädlingsresistenz als konventionelle Arten haben sollte, wodurch der Einsatz von Pestiziden eingeschränkt und so Bäuerinnen und Bauern, Luft, Wasser und Boden geschont und werden sollten.

Allerdings reagierte die neue Genbaumwolle während einer Dürre besonders empfindlich, was zu einem starken Anstieg des Schädlingsbefalls führte. Hinzu kommt, dass die Genbaumwolle nur gegen eine Schädlingsart „resistent“ gemacht wurde, gegenüber anderen Schädlingen jedoch viel empfindlicher ist. Um nicht ihre gesamte Ernte zu verliehren mussten die Bäuerinnen und Bauern schließlich deutlich mehr Pestizide auf ihre Felder bringen, als dies je bei konventionellen Sorten nötig war.

In anderen Regionen wurde die Genbaumwolle außerdem viel stärker von Wurzelfäule und der „Kräuselkrankheit“ befallen, womit Monsanto ebenfalls nicht gerechnet hatte, ebensowenig wie die für dumm verkauften Bäuerinnen und Bauern, deren Einkommen - gegenüber dem konventionell arbeitender Bäuerinnen und Bauern - durch den Anbau von Genbaumwolle deutlich sank.

 

Funcional food

In armen Weltregionen herrscht eine Vitaminmangelversorgung, die von einseitiger Ernährung herrührt. Der Genteckonzern AstraZeneca (heute Syngenta) stellte eine Reissorte („Golden Rice“) her, die besonders viel Vitamin A produzierne sollte und dieses Problem damit beseitigen sollte.

Fakt ist aber, dass erstens das im Reis enthaltene Provitamin A für den Menschen nicht direkt nutzbar ist und erst durch die Aufschüsselung von Proteinen als Vitamin A die Mangelernährung stoppen kann. Allerdings stehen in den Ländern der „Dritten Welt“ gerade Fette den Menschen nicht in ausreichender Menge zur Verfügung. Zweitens kann der Tagesbedarf an Vitamin A, so denn genügend Fett in der Nahrung enthalten ist, erst durch etwa 3,75Kilo (trockenen), bzw. 9Kilo (gekochten) Reis gedeckt werden, was schlichtweg keiner realistischen Tagesration eines normalen Menschen entspricht.

 

 

Was spricht dagegen?

 

Bisher ist die genaue Wirkung der Mechanismen, mit denen bei Pflanzen und Tieren das Erbgut verändert wird, unklar. Immer wieder tauchen bei gentechnisch veränderten Pflanzen unerwartete Eigenschaften auf. ForscherInnen haben noch nicht geklärt, wie sich der Verzehr von GVO langfristig auf die menschliche Gesundheit auswirkt. Es hat noch nie empirische Forschungen dazu gegeben und somit werden alle KonsumentInnen zu Testpersonen gemacht.

 

Resistente Superunkräuter entstehen

Das Roundup System von Monsanto verspricht den Bäuerinnen und Bauern große Einsparungen beim Anbau von Roundup Ready Sorten, die gegen das agressive Roundup Pestizid resistent sind. Monsanto verkauft die Genmaispflanzen gemeinsam mit dem Pestizid an die Bäuerinnen und Bauern. Die „Schädlinge“ und „Unkräuter“ werden auf den Feldern, auf denen das Roundup Pestizid ausgebracht wird, werden zunächst abgetötet. Doch mit der Zeit werden sie resisten gegen die Spritzmittel, sodass die Ernte durch keinerlei Chemie mehr geschützt werden kann.

Besonders bedenklich sind diese Resistenzien gegen Antibiotika, die in viele GVO eingebracht werden. Auch sie können auf andere Organismen übergehen. Wenn so Bakterien, die für den Menschen schädlich sind und nur mit Antibiotika zu bekämpfen sind, gegen Antibiotika resistent, können unzählige Krankheiten nicht mehr geheilt werden. Eine Grippe, die heute in kurzer Zeit geheilt werden kann, wird somit tödlich.

 

Erhebliche Mehrkosten

Für die Herstellerinnen und Hersteller gentechnikfreier Agrarprodukte und vor allem für Biobäuerinnen und Biobauern ist die Nachbarschaft zu Gentecfeldern ein besonderes Problem, denn sie müssen nachweisen, dass ihre Ernte nicht durch Auskreuzungen mit GVO verunreinigt sind. Die Kosten für die Analyse und die Qualitätssicherung bleiben an ihnen hängen. Da es fast unmöglich ist, Verunreinigungen zu vermeiden, helfen die besten Sicherungsmaßnahmen, so teuer sie auch sind, meist nichts, so dass Biobäuerinnen und Biobauern, sowie konventionelle Bäuerinnen und Bauern, trotz Mehrkosten, ihre Produkte zu schlechteren Preisen anbieten müssen.

 

Keine freie Wahl beim Essen

Da Auskreuzungen von gentechnisch veränderten Pflanzen nicht verhindert werden können, werden auf lange Sicht alle Agrarpflanzen verunreinigt sein. Das beste Beispiel dafür liefert Kanada. Dort gibt es KEINEN gentechnikfreien Raps mehr! Das kann überall passieren, wo genetisch veränderte Pflanzen angebaut werden. Und damit wird den Konsumentinnen und Konsumenten das Recht genommen, selbst zu entscheiden, ob sie Genfood wollen – oder nicht.

 

Es gibt keine Versicherung

Keine Versicherung der Welt will für die Schäden der Gentechnik aufkommen, weil diese unvorstellbar groß sind. Wer könnte es sonst tun? Weder die Industrie, die die gentechnisch veränderten Pflanzen herstellt, noch die Bäuerinnen und Bauern, die sie anbauen oder die GesetzgeberInnen, die es erlauben wollen für die Schäden gerade stehen.

 

Abhängigkeit durch Patente

Die Herstellerinnen und Hersteller gentechnisch veränderter Pflanzen erheben Ansprüche auf die Gensaat und patentieren sie. Die PatenthalterInnen können alle kommerziellen Anwendungen kontrollieren, sie können anderen die Verwendung ihrer Patente verbieten und sie können die Preise für ihre Patente beliebig hoch setzen. Was bisher öffenltiches Gut oder Natur war gehört auf einmal einigen wenigen Konzernen, Lebewesen und deren Erbgut werden zur Ware.

Patente wurden zum Beispiel auf Heilpflanzen, die seit Jahrhunderten von der einheimischen Bevölkerung in Urwaldgebieten genutzt werden ausgestellt. Die Einheimischen dürfen diese Pflanzen dann nur noch gegen ein Entgelt nutzen, da sie überhaupt kein Geld besitzen, ist dies jedoch unmöglich.

 

Biodiversität vs Monokultur

Gentechnisch veränderte Pflanzen leben nicht im luftleeren Raum, die Samen werden transportiert, auf die Äcker gebracht und ihre Pollen durch Wind und Bienen verbreitet. Über all diese Wege gelangt das Erbgut der gentechnisch veränderten Pflanzen in unsere Umwelt und damit über kurz oder lang auch in das konventioneller und Wildpflanzen. Es gibt keine Möglichkeit, sich gegen diese Auskreuzungen zu schützen.

Bt-Mais ist eine gentechnisch veränderte Maissorte, die ein Gift, das Bt-Toxin, das tödlich auf Larven von Käfern, Schmetterlingen und ZweiflüglerInnen wirkt, selbst produziert. Damit soll sich die Pflanze eigenständig gegen Schädlinge schützen und nicht mehr mit Pestiziden behandelt werden müssen. Dieses Gift wirkt allerdings nicht nur gegen Schädlinge, sondern gegen alle oben genannten Insektenarten. Das Gift gelangt auf vielen Wegen in die Umwelt und wird von Tieren und Bodenorganismen aufgenommen und angereichert. Das Gift könnte nur durch sehr aufwendige Verfahren wieder aus dem Boden geholt werden, was jedoch nicht geschieht. Auf Bt-Genmaisfeldern sterben alle Käfer, Schmetterlinge und Zweiflügler. Schon gefährdete Arten und die Nützlinge unter ihnen sterben – zumindest auf diesen Feldern – aus. 

Durch das Roundup Pestizid alle Pflanzen auf den Äckern verstört, bis auf die jeweilige Nutzpflanze. Monokulturen ziehen Schädlinge allerdings wie Magneten an, denn hier finden sie Nahrung im Überfluss. Nützliche Pflanzen werden abgetötet, ebenso wie nützliche Insekten, die zur Bestäubung unersätzlich sind. Jedes jahr sterben auf diese und andere Weise unzählige Tier- und Pflanzenarten aus, die damit unwiederbringlich von unserem Planeten verschwinden. Damit zerstört die Menschheit ihre Lebensgrundlage – und das ist Selbstmord.

Natur bewahren

Die Evolution ist eine schlaue Geschichte: Nur diejenigen Pflanzen und Tiere setzen sich durch, die am besten an ihre jeweilige Umwelt angepasst sind und sich stets fortentwickeln. Einige Menschen glauben, sie könnten Mutter Natur ins Handwerk pfuschen oder Gott spielen und es mag ja auch sehr interessant sein, in jedem Bereich der Wissenschaft zu forschen. Aber sie wissen nicht, was sie tun. Der Mensch lebt seit relativ kurzer Zeit auf dieser Erde und hat viele nützliche und weniger nützliche Erfindungen gemacht. Doch wenn es um die Evolution geht, kann er Mutter Natur schlicht und einfach nicht das Wasser reichen. Wir sind nicht in der Lage abzuschätzen, welche weitreichenden Folgen die grüne Gentechnik auf uns und unsere Umwelt haben wird und sollten deshalb tunlichst die Finger davon lassen.

 

 

Unsere Forderungen

 

Aus den oben genannten Gründen lehnt die GRÜNE JUGEND Rotenburg die grüne Gentechnik strikt ab. Wir fordern einen sofortigen Anbaustopp von gentechnisch veränderten Pflanzen in Deutschland und überdies hinaus eine Kennzeichnungspflicht für alle Lebensmittel. Die 0,9% Klausel muss außerdem komplett gestrichen werden. Außerdem fordern wir die Bundesregierung, insbesondere den Landwirtschaftsminister auf, sich auch im europäischen und internationalen Ausland für einen Anbauverbot einzusetzen und dies bei Bedarf mit einem Embargo zu unterstützen. Im Übrigen genießen alle GenfeldbesetzerInnen und GenfeldbefreierInnen unsere volle Solidarität.

 

Das könnt ihr tun

 

Zunächst einmal könnt ihr, wenn möglich, Biolebensmittel oder solche von Bäuerinnen und Bauern aus der Umgebung kaufen, bei denen ihr sicher sein könnt, dass der Anteil von gentechnisch veränderten Organismen die Höchstgrenze von 0,9% nicht überschreitet. Auch im eigenen Garten angebautes Gemüse und Obst schmeckt nicht nur besser, sondern sind natürlich auch frei von jeglichen Pestizidrückständen und – so weit es in einer Welt voller GVO noch möglich ist – gentechnikfrei. Außerdem macht es viel mehr Spaß, Erdbeeren direkt aus dem Garten zu naschen oder Kirschen direkt vom Baum zu pflücken.

Eine weitere Möglichkeit, euch gegen die weitere Verbreitung gentechnisch veränderter Organismen und damit verbunden Lebensmittel einzusetzen: Werdet Mitglied bei der GRÜNEN JUGEND und helft uns mit euren Ideen und eurem Einsatz gegen die Gentechniklobby einzutreten.

Sei dabei: Diskussionsabend & Film über Kurdistan: 12.02.2009, 18Uhr

Triff Dich mit uns jeden Sonntagabend! Kontakt über Mail.

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